Rezension "Herrscher der Gezeiten"

 Herrscher der Gezeiten

(c) privat
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Nichola Reilly (das Pseudonym von Cyn Balog)  wuchs an der Küste von New Jersey auf. Von dem Erlös für ihren ersten Roman kaufte sie sich eine Schaukel, ganz für sich selbst. Nichola liebt alles, was mit Disney zu tun hat, aber auch Zombie-Geschichten – und Schokolade. Quelle

 „Herrscher der Gezeiten“ ist der Auftakt  der „Drowned - Trilogie“.

Website der Autorin!

Erster Satz:
„Ich schreibe die Wörter in den Sand, um sie zu vergessen.“

Klappentext:
Die Erde ist überflutet. Die letzten Überlebenden harren auf einer kleinen Insel aus, deren Ufer mit jeder Flut schmaler werden. Dass sie in dieser Welt unerwünscht ist, spürt Coe jeden Tag. So gut sie kann, erledigt sie ihre erniedrigende Arbeit und setzt sich gegen die anderen Inselbewohner zur Wehr. Heimlich schwärmt sie für den mutigen Tiam, ihren einzigen Freund.
Dann geschieht es. Der Herrscher der Insel liegt im Sterben und hinterlässt keinen Erben. Ausgerechnet Coe wird ins Schloss eingeladen und erfährt, dass die königliche Familie ein Geheimnis hütet, das alles für immer verändern kann. Gibt es einen Ausweg aus dem Albtraum, in dem sie alle leben? Coe und Tiam müssen sich beeilen, Antworten zu finden, bevor ihre Welt für immer in den Fluten versinkt ...

Cover:
Das Cover finde ich wunderschön und es war einer der Hauptgründe, mir das Buch näher anzusehen. Die Gestaltung ist sehr hochwertig, was ich toll finde. Die Farben und das Motiv passen ganz toll zum Titel und im nach hinein auch zum Inhalt des Buches. Ich finde das Cover sehr ansprechend, wunderschön und einfach gelungen. Toll!


Buchtrailer:

Meinung:
An dieser Stelle meinen herzlichsten Dank an Bloggdein Buch und MIRA für das Rezensionsexemplar.

Die Geschichte erfahren wir aus Sicht der Protagonistin Corvina - Coe - Kettlefish, die ein hartes Leben führt. Ihre Mutter wollte sie nicht und ihr Vater ist verschollen, seit sie ein kleines Mädchen war. Vor vielen Jahren verlor sie bei einem grausamen Unfall ihre rechte Hand. Von der Gemeinschaft wird sie wie eine Aussätzige behandelt und überlebt mehr schlecht als recht.
Ich mochte Coe sehr und ich habe die ganze Zeit über großes Mitgefühl mit ihr gehabt. Sie führt ein wirklich hartes Leben und muss jede einzelne Minute darum kämpfen, zu überleben. Sie versucht alles, um in der Gemeinschaft einigermaßen unauffällig zu leben und eckt doch immer wieder an. Mit ihrem Handicap ist sie vielmehr eine Belastung und sie sieht auch in sich selbst und ihrem Leben keinen rechten Wert. Und trotzdem denkt sie über alles nach, philosophiert und kann sogar als einzige auf der Tide lesen und schreiben. Sie ist ein unglaublich kluges Mädchen, das sich nicht eingestehen will, geliebt werden zu wollen. Erst ganz langsam und allmählich beginnt sie, sich selber wert zu schätzen und für das einzustehen, was ihr wirklich wichtig ist. Mutig stellt sie sich den Herausforderungen und deckt dabei Geheimnisse auf, die ihre ganze Welt auf den Kopf stellen. Coe macht eine unglaubliche Wandlung durch und ich bin sehr gespannt, zu was für eine Frau sie noch heranwachsen wird.
Ihr zur Seite steht der gut aussehende, starke und kluge Tiam, den sie seit ihrer Kindheit kennt und liebt. Ihn konnte ich das ganze Buch über nicht richtig einordnen, aber zum Ende hin wurde er mir doch noch sympathisch und ich hoffe, dass ich ihn in den nächsten beiden Teilen noch mehr für mich werde entdecken können!
Alle Charaktere sind sehr düster und simpel charakterisiert worden, was ganz wunderbar in die düstere und triste Welt passt. Jeder hat ein hartes Leben, viele Verluste und sieht keinen Sinn darin, weiterzuleben. Für mich war das mal eine sehr angenehme Abwechslung.

Die dystopische Welt, welche die Autorin erschaffen hat, ist wirklich sehr düster und dunkel. Die Menschen leben einzig und allein nach den Zeiten der Ebbe und der Flut. Sie leben in einer Welt, die vom Wasser beherrscht wird und die ein menschenwürdiges Leben unwirklich machen. Schon lange haben sie sämtliche Gefühle verdrängt und leben ein stumpfsinniges Leben. Denn zu schwer wiegen die Verluste und die Trauer. Kinder werden keine mehr geboren, da es nicht genügend Platz gibt. Beherrscht wird das kleine Grüppchen von knapp 500 Menschen von einem König, der selbst jegliche Hoffnung verloren hat.
Ich persönlich kenne ziemliche viele Dystopien und habe schon einige dystopische Welten erkundet. Diese hier bietet viele neue Ideen und Hintergründe, die mir gut gefallen haben. Das Wasser als Hauptelement und die grundlegende düstere Grundatmosphäre, die keinen Lebenssinn zulässt, gehen einen wirklich unter die Haut. Nach und nach erfährt man, wie es zu diesen Umständen gekommen ist, was wirklich dahinter steckt und ob es nicht doch noch einen Sinn im Leben gibt.

„Die Flut kommt.

Die Flut kommt und sie bringt unbeschreibliche Dinge mit sich.

Grauenhafte Tiere mit riesigen Mäulern, scharfen Zähnen.
Gerissen sind sie und schnell.

Die Flut kommt.
Immer und immer wieder.

Es gibt kein Entrinnen.“

Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben und ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen. Ich musste einfach mehr erfahren. Mehr über die Welt, mehr über die Monster, mehr über Coe. Dennoch hat sich das Buch am Anfang ein wenig in die Länge gezogen und es hätte nach meinem Geschmack gerne etwas schneller von statten gehen können. Dafür nahm das Buch vor allem zum Ende hin so richtig an Fahrt auf, was mir gut gefallen hat.
Der Schreibstil der Autorin passt ganz wundervoll zu der düsteren Grundstimmung des Buches. Sie verwendet genau die richtigen Worte und nicht zu viele. Sie hat eine sehr dunkle Welt erschaffen, in der sich die Charaktere nur schwer behaupten können. Doch Coe tut es.

Auch die kleine Liebesgeschichte zwischen Coe und Tiam hat mir sehr gut gefallen. Die Menschen haben schon lange vergessen, was Liebe ist und so können es sich die  beiden nur schwer eingestehen und zugeben. Besonders schwer fällt es Coe, die Tiam für viel zu wunderbar hält, um sich zu ihr hingezogen zu fühlen. Die zarte Liebesgeschichte passt perfekt in die Welt und zur Atmosphäre des Buches. Ich hoffe, dass es auch in den nächsten Bänden noch so schön passen wird.

REIHE
 

Mir hat der Auftakt „Drowned“-Trilogie wirklich sehr gut gefallen. Diese Dystopie besticht mit seiner düsteren Welt, seinen gebrochenen Charakteren und den Geheimnissen, die schon fast vergessen waren.
Der 2. Teil der Reihe, „Buried“, ist gleichzeitig der erste Teil der Reihe. Denn hier geht es um die Vorgeschichte zu „Herrscher der Gezeiten“.  Der 2. Teil soll 2015 in den USA erscheinen. Ich hoffe doch sehr, dass der 2. Teil nicht allzu lange bei uns auf sich warten lässt.

Lg
Levenya




Verlag
 
Vielen DANK für ein Rezensionsexemplar!
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Fakten:
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch
Auflage: 1., Aufl. (12. Januar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3956491068
ISBN-13: 978-3956491061
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 16 Jahre
Preis: 14,99€

Kommentare:

  1. huhu :)

    eine echt tolle Rezension und super strukturiert. Das Buch ist mir jetzt schon öfter ins Auge gesprungen und es wandert gleich mal auf meine WuLi :)

    Liebste Grüße

    Sonja

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    1. Hey :)
      Danke für dein Lob. Ich freue mich, dass dir meine Rezi gefällt. Das Buch war wirklich klasse und ich kann es dir nur weiterempfehlen!

      Ganz lieber Gruß
      Levenya

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  2. Hallo Levenya,

    ich habe mir mal ein Zitat aus deiner schönen Rezi für meine Buchvorstellung gemopst :) Der Artikel ist morgen online (im Rahmen einer Blogtour), ich hoffe du bist einverstanden.
    Wenn nicht ändere ich es gerne noch ab.

    Liebe Grüße,
    Sandra

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